5 KDE-Funktionen, die ich auf einem Desktop vermissen würde

5 Dinge, die ich auf meinem Desktopbetriebssystem nicht mehr missen möchte – und die ich auf dem K Desktop Environment (KDE) sofort gerne genutzt habe!

1. Markierter Text Kopieren&Einfügen mit Mittelklick

Durch das Markieren von Text wird eine Art zweite Zwischenablage befüllt, deren Inhalt sich mit dem Mittelklick auf das Mausrad (Maustaste 3) einfügen lässt. Benutzt man zuvor bei einer Markierung die normale Kopieren&Einfügen-Funktion mit Strg+C, dann hat man anschließend zwei Einfüge-Vorgänge „frei“, ohne auf das vorige Fenster zurück zu müssen.

Ich liebe das. Außerdem ist für einfaches Copy&Paste kein Ctrl+C mehr nötig, weil ein Markieren + Mittelklick reicht. Viel schneller, viel einfacher.

Leider führt das auch oft dazu, dass ich unter Windows einen zweiten Versuch brauche, weil der Mittelklick in ein leeres Textfeld nicht den zuvor markierten Text einfügt, sondern entweder keine Funktion, oder aber eine andere Funktion auslöst. Ärgerlich.

2. Klipper

Klipper erweitert die Zwischenablage ins unendliche. Damit kann man zuvor zuvor zuvor zuvor markierten Text nochmals einfügen. Klipper funktioniert sowohl mit Strg+C als auch mit einfachem Markieren von Text (der oben schon erwähnten Funktion).

Sicherheitswarnung: alles, was mit der Maus markiert wird, landet auch in Klipper. Wenn du wissen willst, was ich so mache auf meinem Computer, sieh mal in der Zwischenablage nach…
Lösung des Problems: ab und an mal die Zwischenablage löschen. Das kann man auch automatisch mit jedem Neustart machen lassen („Inhalt der Zwischenablage beim Verlassen speichern“ deaktivieren).

3. Eingabefukus folgt Mauszeiger

Fast am meisten vermisse ich unter Windows und OS X, dass meine Eingabe nicht dort landet, wo sich der Mauszeiger gerade befindet. Der Grund: oft stelle ich ein anderes Fenster über jenes, auf dem die Eingabe erfolgen soll. So kann ich beispielsweise ein Bildfenster (z.B. Paint unter Windows) öffnen, und auf dem dahinter liegenden Textfenster (z.B. Notepad unter Windows) einen Text eintippen, den ich eben von jenem Bild abschreiben will. Liegt der Mauszeiger nun über dem Textfenster, so landen die Tastatureingaben auch auf jenem Fenster, während das Bildfenster jedoch im Vordergrund bleibt (und daher nicht vom Textfenster überdeckt wird).

Ebenso verhällt es sich mit dem Mausrad:

4. Mausradfokus folgt Mauszeiger

Wenn ich das Mausrad zum Scrollen verwende, dann doch wohl dort, wo sich der Mauszeiger gerade befindet. Unter Windows geht mir das dermaßen auf den Geist, dass man jedesmal zuerst Klicken muss, bis das Mausrad etwas bewegt. Vorallem im Explorer, wo man einmal auf der Verzeichnisbaumseite, dann aber auf der Detailansicht der Verzeichnisinhaltsseite scrollen möchte, nervt das sehr und hält auf.

5. Kürzel für Suchanfragen im Browser

Im Konqueror kann man zumindest seit KDE 3 einstellen, dass ein „gg:“ gefolgt von einem Suchbegriff eine Google-Suche auslöst. Diverse Suchdienste lassen sich hinzufügen.

Als Beispiel: „gb:“ habe ich mir als Gentoo Bugs eingerichtet. Suche ich nun einen bestimmten Fehlerbericht im Gentoo-Bugtracker, so reicht ein „gb:segfault konqueror“ und schon erscheint die entsprechende Seite.

Unter Windows finde ich mich manchmal bei dem Versuch wieder, beispielsweise „gg:Urlaubstipps Spanien“ eingeben zu wollen, was natürlich nicht zur Google-Suche nach Spanien-Urlaubstipps führt, sondern zu der Fehlermeldung, das „Protokoll gg:“ wäre „nicht bekannt.“

KDE

Diese 5 Funktionen sind unter KDE auf Linux Standard, müssen aber teilweise manuell konfiguriert werden. Das war bei KDE 2 bereits so, mit Klipper ist das seit KDE 3 so und auf KDE 4 funktionieren diese Funktionen natürlich ebenfalls. Nur unter KDE 1 waren die meisten dieser Funktionen noch nicht implementiert.

KDE gibt es auch für Windows. Das nennt sich KDE Windows Initiative und lässt sich mit dem Installer sehr einfach auch unter Windows installieren. Ob jedoch all diese Funktionionen auch unter Windows implementiert sind, weiß ich nicht, denn einige davon scheinen mir eher X11-spezifisch zu sein.

Es war auch einmal angedacht, KDE auf OS X zu portieren. Stattdessen gibt es derzeit nur die Möglichkeit, einzelne KDE-Anwendung nativ unter OS X zu nutzen.

6. Dock

Das Einzige, das offensichtlich aus der Mac-Welt stammt, ist das Dock.  Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Programmstarter und Taskleiste/Fensterleiste. Das heißt, Programme, die noch nicht gestartet sind, können einfach über das Symbol gestartet werden (Programmstarter). Wenn diese jedoch bereits laufen und ein oder mehrere Fenster offen sind, so übernimmt dasselbe Symbol die Funktion eines Eintrags in einer Taskleiste bzw. Fensterleiste.

Seit KDE 4 gibt es Versuche, ein Dock, wie es von Mac OS X her bekannt ist, funktionell auch unter KDE zu implementieren. Mit KDE 4.8 wurde die „Symbol-Fensterleiste“ hinzugefügt und muss manuell aktiviert werden (als Plasma-Widget auf der Kontrollleiste). Auf Englisch heißt dieses Widget übrigens “Icon-Only Task Manager” und hieß vorher Icon Tasks.

Die Symbol-Fensterleiste funktioniert ganz gut, wenn auch nicht perfekt. Jedenfalls ist sie das einzige, was noch optimiert gehört – ansonsten ist KDE unter Linux wirklich das für meinen Geschmack beste Desktopsystem auf dem Planeten! Und wenn ich Desktop sage, dann meine ich auch Desktop: ich arbeite mit Tastatur und Maus vor einem Monitor. Auf Laptops mit Touchpad (die meist ohne mittlerer Maustaste daherkommen) bzw. ohne Maus sind einige der Funktionen nicht so gut nutzbar.

Und von Touchscreens rede ich erst gar nicht…

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